
Palmenerde verstehen
Viele Palmenprobleme entstehen durch falsches Gießen, aber auch durch die falsche Erde. Ob im Garten, auf dem Balkon oder im Topf in der Wohnung – Palmen haben je nach Art ganz unterschiedliche Ansprüche an Boden und Substrat.
Eine „eine beste Palmenerde“ gibt es daher nicht. Entscheidend sind Herkunft der Palme, Standort und ob sie ausgepflanzt oder im Topf wächst. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Erde für Palmen wirklich geeignet ist, wann normale Blumenerde ausreicht, welche Inhaltsstoffe gute Palmenerde enthalten sollte und wie falsche Erde Palmen schaden kann.
Alex hat uns hier einmal unter die Arme gegriffen und euch spannende Infos zusammengetragen, die ein Licht aufgehen lassen sollten.
Welche Erde ist die Beste für Palmen?
Im Gartenbau unterscheiden wir zwischen Erde und Substraten, da es sich bei den Substraten nicht um gewachsenen Boden (Erde) handelt, sondern um Mischungen aus verschiedenen Zuschlagstoffen, die genau auf die Bedürfnisse der jeweiligen Pflanzenkultur angepasst sind.
Das bedeutet für Sie, dass Sie sich bei der Substratwahl zuerst einmal mit dem Boden und den klimatischen Bedingungen des Naturstandortes der Palmenart sowie den Gegebenheiten in Ihrem Garten auseinandersetzen müssen.
Sie werden dann schnell feststellen, dass es nicht „die beste Palmenerde bzw. das beste Palmensubstrat“ gibt, da viele der uns bekannten Palmenarten unterschiedliche Bodenansprüche haben.
Brauchen Palmen spezielle Palmenerde oder reicht normale Blumenerde?
Palmen, die vom Naturstandort hohe Niederschlagssummen gewohnt sind, wie beispielsweise die Chinesische Hanfpalme (Trachycarpus fortunei), wachsen hierzulande optimal auf frischen, nährstoffreichen lehmigen Böden und benötigen an diesen Standorten keine Bodenverbesserungen. Palmenarten von trockeneren Naturstandorten, wie z. B. die Blaue Hesperidenpalme (Brahea armata) benötigen dagegen durchlässige Böden, um Wurzelschäden durch zu viel Feuchtigkeit zu vermeiden.
Hierfür eignen sich am besten Substrate mit einem hohen Mineralanteil (Lava, Bims, Ton). Gute mineralische Substrate kommen sogar ganz ohne organische Bestandteile (Torf, Kokosfaser, Holzfaser) aus.

Welche Erde eignet sich am besten für Palmen im Topf (Wohnung / Balkon)?
Für das optimale Topfsubstrat mischen Sie reines Kokossubstrat mit einem reinen Mineralsubstrat (Lava, Bims). Durch eine hohe Strukturstabilität (lange Haltbarkeit ohne schnelle Verdichtung) sorgt es für eine gute Durchlüftung und Wasserdurchlässigkeit, kann aber auch Feuchtigkeit speichern.
Zudem ist es relativ leicht, was sich beim Umstellen der Töpfe gut auf Ihren Rücken auswirkt. Bei dieser Mischung sollte man beachten, dass die Zuschlagstoffe allesamt sehr nährstoffarm sind.
Sie sollten daher von Beginn an in der Vegetationsperiode einen Palmen- oder Grünpflanzendünger verwenden. Hierbei ist besonders das N-P-K-Verhältnis zu beachten. Dieses finden Sie immer auf der Verpackung eines jeden Düngers. Es sollte im besten Fall möglichst ausgewogen sein.

Was muss gute Palmenerde enthalten?
Bei guten Topfsubstraten sollten mineralische Bestandteile (Lava, Bims, Ton) für die Belüftung und Drainage, Kokos- oder Holzfaser für die Wasserspeicherfähigkeit und ein ausgewogener für Grünpflanzen geeigneter Langzeitdünger enthalten sein. Da dies oft nicht der Fall ist, empfehle ich meist, das Substrat selbst zu mischen.
Bei der Pflanzung im Garten reicht oft der gewachsene Boden. Falls der vorhandene Boden nicht optimal (zu schwer, zu leicht) ist, können sie den Boden gegebenenfalls mit den genannten Zuschlagstoffen optimieren.
Bei zu leichten Böden eignet sich eine Humuszugabe (Kompost, Topfsubstrat) und bei zu schweren Böden ein Zugabe von mineralischen Bestandteilen (Lava, Bims, Ton). Bei empfindlicheren Palmenarten (Brahea, Butia, Jubaea, Trithrinax usw.) ist meist eine gute Drainage aus Lava vorteilhaft.
Kann falsche Erde Palmen schaden?
Verdichtetes, dauerhaft nasses oder zu trockenes Substrat kann bei Topfpalmen schwere Schäden verursachen. Ebenfalls kann sich eine fehlerhafte oder ausbleibende Düngung negativ auf die Pflanzen im Topf auswirken.
Ausgepflanzte Exemplare sind nicht ganz so gefährdet, können aber durch die eben genannten Punkte ebenfalls Schaden nehmen. Häufigstes Problem ist bei den ausgepflanzten Palmen ein zu nasser Boden durch die meist sehr feuchten mitteleuropäischen Winter.
Daher sollten empfindliche Arten immer bei der Pflanzung eine Drainage (Punkt 4) erhalten. Die Chinesische Hanfpalme benötigt keine Drainage und hat auf normalen Böden keinerlei Feuchtigkeitsprobleme.
An dieser Stelle einmal vielen Dank Alex, für diese wertvollen Informationen!
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