Warum überstehen Pflanzen den Winter nicht

Frosthart, aber warum?

was geschieht bei einer Pflanze im Winter eigentlich im inneren? Hast du dir diese Frage in der Vergangenheit bereits gestellt? Dann bringen wir an dieser Stelle einfach mal ein wenig Licht ins Dunkel.

ein Erklärungsversuch

stell dir folgende Situation vor. Du sitzt auf der Terasse, die Sonne brennt und du genießt den Blick in einen wunderbaren Palmengarten mit einer Phoenix canariensis am kleinen Mittelmeer (Gartenteich), Wedel der Honigpalme wehen im Wind und eine mittlerweile 8 Meter große Hanfpalme spendet Schatten…soviel zur Ausgangslage. Nun fällt dir aber auf, das du leider keine gekühlte Flasche Wasser mehr zur Verfügung hast, jedoch aktuell mit dem Durst klar kommst aber für später vorsorgen möchtest. Du nimmst die besagte Flasche und legst sie ins Eisfach damit es schneller geht. Leider kam es wie es kommen musste und sie wurde vergessen, da du auf der bequemen Liege eingeschlafen bist.  Du erwachst, läufst zum Eisfach und stellst mit erschrecken folgendes fest, die Flasche ist geplatzt. Vermutlich ist das für dich keine wirkliche Besonderheit und natürlich längst bekannt, aber es führt uns nun in die Pflanzenwelt.

Pflanzen und gefrorenes Wasser

was geschieht also innerhalb einer Pflanze wenn die Außentemperatur unter null sinkt? Wie bei der oben beschriebenen Flasche, nimmt das Wasser mehr Volumen ein. Dies führt nun im Winter dazu, das die entstehenden Eiskristalle die Zellwände durchbohren und sie somit zerstören. Die Pflanze trocknet schließlich aus und stirbt.

was machen dann andere heimische Arten anders?

jeder gelöste Stoff (egal welcher) senkt den Gefrierpunkt. Pflanzen tun dies, indem sie Zuckerähnliche Substanzen im Saft anreichern. Eis hat ein größeres Volumen als die gleiche Menge Wasser, dadurch werden die meisten Frostschäden verursacht: denke einmal an die oben erwähnte Flasche oder gar einen Kühler am Auto bei welchem nicht ausreichend Frostschutz vorhanden war. Die entstehenden Drücke sind recht hoch. Bei Pflanzen gilt: entweder halten die Gefäß- bzw. Zellwände die Drücke aus, indem sie nachgeben ohne zerreißen oder die Pflanzen ziehen die Säfte zurück, damit eine solche Situation gar nicht entstehen kann. Warum? Die dünnen Zell/ -Gefäßwände können sehr leicht durch die mehr Volumen einnehmenden Eiskristalle durchbohrt werden. Deshalb ist es oft so, dass frostbeständige Pflanzen recht harte Gewebe haben und weiche Blätter abwerfen oder erfrieren lassen. Beispiel Laubbäume versus Nadelbäume.
Oder auch die zähen Rhododendron-Blätter als Beispiel. Palmen und Yuccas passen in das Schema. Aber sie müssen auch in der Lage sein, die Frostschutz(zucker) zu bilden. Genetik ist also wichtig. Die Pflanzen ziehen den Saft zurück in die Wurzeln, damit der Druck nicht so hoch in den Gefäßen ist: das hilft auch, aber nur, wenn die Blätter recht steif sind.

Adern wie im Menschlichen Körper?

nein, Pflanzen haben meistens parallele Leitgefäße. Sie sind meist so dünn wie Haare und nicht miteinander verbunden.

Vorbereitung auf den Winter:

Was also gut ist:  ist die Pflanzen im Spätsommer möglichst ausreifen zu lassen; Stängel und Gewebe werden härter. Also keine Düngergaben am Ende des Jahres bzw. schon nicht mehr im Spätsommer. Auch ein heller Standort hilft (mehr Bildung von Kohlenhydraten). Chlorophyll trägt leider nichts zur Frostbeständigkeit bei. Es wird auch immer gesagt, keine direkte Erwärmung durch Sonneneinstrahlung bei Frost, weil dann der Saft in die Blätter schießt und können die Blätter doch noch erfrieren können. Also im Februar etwas Sonnenschutz wäre auch nützlich.